RV90 - Technik

Die Suzuki RV90 benötigt selbstverständlich auch etwas Pflege und Wartung. 
Ab und zu kommt noch eine Reperatur hinzu. Hier eine kleine Auflistung von Schraubertips.
Bedenkt, Reperaturen sollten nur von Fachpersonal vorgenommen werden. Diese Beschreibungen sollen keine Reparaturanleitungen sein und nicht zum Nachahmen animieren. Für evtl. Fehler und Schäden übernehme ich keinerlei Haftung! 

Diese Punkte sind hier aufgeführt:
1. Wartung
2. Vergaser einstellen- In Arbeit
3. Ölpumpe kontrollieren und einstellen - In Arbeit
4. Zündkerze kontrollieren
5. Zündung einstellen - In Arbeit
6. Bremsen kontrollieren und einstellen - In Arbeit 
7. Gabel Wellendichtring und Öl tauschen
8. Reifen

1. Wartungen

Selbstverständlich benötigt die RV90 auch eine regelmäßige Wartung. 

1.1. Wartungsintervalle
1.2. Schmierplan
1.3. Füllstände und Maße
1.4. Anzugsmomente

1.1. Wartungsintervalle

Suzuki empfiehlt für die RV90 folgende Wartungsintervalle. Bei extremer Nutzung der RV, wie z.B. ständiges fahren unter Vollgas, viel Offroad oder Ähnliches verkürzt sich die Intervallzeit.

Alle 1000 km:
Antriebskette prüfen und reinigen

Alle 3000 km:
Batterie prüfen
sämtliche Schrauben u. Muttern prüfen
Luftfilter reinigen
Zündkerze prüfen / Einstellen
Unterbrecherkontakte u. Zündzeitpunkt prüfen / einstellen
Vergaser prüfen
Ölpumpe prüfen / einstellen
Kupplung prüfen / einstellen
Bremsen prüfen / einstellen
Reifen prüfen
Lenkung prüfen

Alle 6000 km:
Zylinderkopf u. Schalldämpfer Kohle entfernen
Zündkerze wechseln
Kraftstoffsieb reinigen
Getriebeöl wechseln

Alle 12000 km:
Unterbrecherkontakte erneuern
Vergaser überholen
Vorderrad-Gabelöl wechseln

1.2. Schmierplan

Selbstverständlich gehört zur Pflege auch das regelmäßige Schmieren und Ölen.

Alle 1000 km:
Antriebskette mit Kettenöl

Alle 6000 km:
Unterbrecher mit Schmierfett
Gasseilzug mit Öl (Bowtenzugöl)
Bremsseilzug mit Öl (Bowtenzugöl)
Kupplungsseilzug mit Öl (Bowtenzugöl)
Bremspedal mit Schmierfett

Alle 12000 km:
Handgasgriff mit Schmierfett
Tachogetriebe mit Schmierfett
Bremsnockenwelle mit Schmierfett

Regelmäßig und wenn die RV90 nass geworden ist, dann schadet es nicht, auch zwischendurch folgende Stellen zu Ölen:
Antriebskette, Bremshebelhalter, Kupplungshebelhalter, Seitenständerzapfen, Kickstarterhebelzapfen, 

1.3. Füllstände und Maße

Getriebeöl (SAE20W40) 700ml
Vordergabelöl (10W30) je 98ml
Volumen 2-Takt Motoröl max. 800ml
Volumen Benzintank 4,3l, Reserve 0,5l
Zündkerze Elektrodenabstand 0,6-0,8mm
Unterbrecher Kontaktabstand 0,35mm
Zündzeitpunkt 22° vor dem OT
Schwimmerhöhe 22,5mm
Gasseilzugspiel 0,5-1,0mm
Kupplungsspiel 4,0mm
Antriebskette Spielraum 10-15mm
Abstand Bremshebel-Gasgriff 20-30mm bei Betätigung
Bremspedalweg 20-30mm
Scheinwerfer 6V 25/25W
Standlicht 6V 4W
Brems/Rücklicht 6V 5/25W
Blinker 6V 21W
Kontrollleuchte Blinker 6V 1,7W
Kontrollleuchte Fernlicht 6V 3W
Tachobeleuchtung 6V 3W

1.4. Anzugsmomente

Mutter Vorderachse 36-52 nm
Mutter Hinterachse 27-43 nm
Schraube obere Halterung Gabel 35-53 nm
Lenkerklemmschrauben 9-20 nm
Bremsnockenhebel-Schrube 4-7 nm
Hinterradschwinge 18-28 nm
hinterer Stoßdämpfer 18-28 nm
Felgenschrauben 15-20 nm
Schrauben Radbefestigung vorne 36-52 nm
Schrauben Radbefestigung hinten 27-43 nm
Motoraufhängung Vorne 13-23 nm
Motoraufhängung Oben 18-28 nm
Motoraufhängung Unten 13-23 nm

Schrauben (ohne Markierung / mit "S" Markierung)
M5   2-4 nm / 3-6 nm
M6   4-7 nm / 6-10 nm
M8   9-14 nm / 13-23 nm
M10   18-28 nm / 25-40 nm

Für die Kreuzschlitz-Schrauben an der Suzuki RV kann ich wärmstens Schraubendreher nach JIS-Norm (Japanese Industrial Standards) empfehlen. Die Schraubendreher haben einen anderen Winkel, greifen besser und überdrehen nicht so schnell. Die Kreuzschlitz-Schrauben nach JIS-Norm sind durch einen Punkt auf dem Schraubenkopf gekennzeichnet.

2. Vergaser einstellen

- In Arbeit -

3. Ölpumpe einstellen

- In Arbeit -

4. Zündkerze kontrollieren

Die Zündkerze sollte man regelmäßig kontrollieren. An der Zündkerze kann man erkennen, wie die Verbrennung ist und ob die Vergasereinstellung so gut ist. Die Kontrolle sollte nach einer Fahrt erfolgen, ohne lange Laufzeiten im Standgas.
Als Standard-Zündkerze wird eine 
NGK BP6HS verwendet. 
Eine verschmutzte Zündkerze kann man z.B. mit einer Messingbürste reinigen. Der Kontaktabstand kann mit einer Fühlerlehre überprüft werden. Er sollte zwischen 0,6 und 0,8mm liegen.
4.1. optimale Verbrennung
4.2. zu fette Verbrennung
4.3. zu magere Verbrennung

4.1. optimale Verbrennung

Eine optimale Verbrennung kann man anhand der rehbraunen Verfärbung bei der Keramik an der Zündkerze sehen.

4.2. zu fette Verbrennung

Es ist zu viel Benzin im Benzin-Luft gemisch, wenn die Keramik an der Zündkerze schwarz ist. Wenn die Zündkerze nass ist, dann kann man die Standard-Zündkerze gegen eine 
NGK BP5HS austauschen.
Eine zu fette Verbrennung verrußt den Motor und der Benzinverbrauch ist höher. Im Regelfall wird der Motor durch eine zu fette Verbrennung nicht beschädigt, sollte auf Dauer aber vermieden werden.

4.3. zu magere Verbrennung

Eine zu magere Verbrennung entsteht, wenn zu wenig Benzin im Gemisch vorhanden ist. Dadurch wird die Verbrennung heißer und es kann zu Motorschäden kommen.
Die zu magere Verbrennung kann man an der weißen Verfärbung von der Zündkerze erkennen.
Man kann eine NDK BP7HS verwenden,

wenn der Motor zum überhitzen neigt.
Eine zu magere Verbrennung schadet den Motor und sollte vermieden werden.

5. Zündung einstellen

- In Arbeit -

6. Bremsen einstellen

Die Bremsen sollten alle 3000km geprüft und ggfls. eingestellt werden.
Bei betätigter Bremse ist darauf zu achten, dass der Strich von der Verschleißanzeige noch innerhalb der Markierung ist. Ansonsten haben die Bremsbeläge die Verschleißgrenze erreicht und müssen erneuert werden.
6.1. Vorderradbremse einstellen
6.2. Hinterradbremse einstellen
6.3. Bremslichtschalter einstellen

6.1. Vorderradbremsen einstellen

Um die Vorderradbremse einzustellen  zieht man die Vorderradbremse und misst den äußeren Abstand zwischen dem Bremshebel und dem Gasgriff. Der Abstand soll zwischen 20 - 30mm liegen.
Das Spiel stellt man ein, indem man die Einstellmutter an der Bremse beim Vorderrad verstellt. Ein drehen im Uhrzeigersinn bewirkt eine Vergrößerung das Abstandes zwischen Bremshebel und Gasgriff.

6.2. Hinterradbremse einstellen

Die Hinterradbremse stellt man ein, indem man den Weg vom Bremspedal überprüft. Der Weg soll auch zwischen 20 - 30mm liegen. Die Einstellung erfolgt mit der Einstellmutter an der Hinterradbremse.

6.3. Bremslichtschalter einstellen

Der Bremslichtschalter sollte so eingestellt werden, dass das Bremslicht angeht, wenn man das Bremspedal ungefähr 10mm herunter gedrückt hat. Wenn man den Schalter höher setzt (Muttern herunter dreht), dann geht das Bremslicht früher an. Wenn man den Schalter tiefer setzt (Muttern nach oben dreht), dann geht das Bremslicht später an.


7. Gabel Wellendichtring und Öl tauschen

Das Gabelöl sollte ca. alle 12.000km gewechselt werden. Wenn die Wellendichtungen an der Gabel undicht sind, dann müssen diese erneuert werden. Als Öl wird ein SAE 10W30 Gabelöl empfohlen. Die Füllmenge beträgt je Federbein 98ml.
7.1. Öl ablassen / wechseln
7.2. Stoßdämpfer ausbauen
7.3. Sprengring entfernen
7.4. Wellendichtring entfernen
7.5. Neue Dichtung einbauen

7.1. Öl ablassen / wechseln

Das Gabelöl kann im eingebauten Zustand gewechselt werden.
Zum Öl ablassen an der Gabel die obere Schraube (SW22) heraus drehen. Dann die kleine Kreuzschraube heraus drehen und das Öl herauslaufen lassen. Jetzt fließt das Gabelöl heraus. Wenn das komplette Öl heraus gelaufen ist, die kleine Kreuzschraube wieder fest eindrehen. In das obere Schraubenloch 98ml Gabelöl (SAE10W30) einfüllen und die Schraube (SW22) wieder fest ziehen. Das bei beiden Gabelholme durchführen.

7.2. Stoßdämpfer ausbauen

Um die Stoßdämpfer heraus zu bauen muss als erstes das Vorderrad ausgebaut werden. 
Dann die obere Schraube (SW22) entfernen und die Schraube (SW14) lösen. Die Zierkappe mit der Kreuzschraube kann dran bleiben. Diese hat auf dem Ausbau keinen Einfluß.
Jetzt kann der Stoßdämpfer nach unten heraus gezogen werden. 

7.3. Sprengring entfernen

Öl sollte abgelassen werden (mit der Kreuzschraube, siehe 7.1).
Die Staubschutzkappe zwischen Standrohr und Tauchrohr entfernen. Darunter den Sprengring mit einer Sprengringzange entfernen. Den Metallring unter den Sprengring entfernen.

7.4. Wellendichtring entfernen

Um den Wellendichtring zu entfernen am besten den Stoßdämpfer auf den Boden stellen und das Tauchrohr mit den Füßen einklemmen.
Das Standrohr kräftig hinunter drücken und dann schlagartig heraus ziehen. Den Vorgang etliche mal wiederholen (kann 20-30x dauern). So rutscht der Wellendichtring langsam heraus. Nun hat man das Stand- und Tauchrohr getrennt. Den Wellendichtring nach oben ab ziehen.

7.5. Neuen Dichtring einbauen

Den neuen Wellendichtring leicht einölen und wieder auf das Standrohr führen.  

Metallring wieder auflegen, Gabel  zusammen fügen und Wellendichtring / Metallring in das Tauchrohr drücken. Dieses geht am besten, wenn man z.B. eine Metallhülse als Stößel benutzt. Den Wellendichtring bis zum Anschlag eintreiben und das ganze mit dem Sprengring wieder sichern. Staubschutzkappe aufsetzen und Gabelöl (98ml SAE10W30) einfüllen. Stoßdämpfer wieder einbauen, erst die Schraube SW22 fest ziehen, dann die Schraube SW14. 
Reifen einbauen, fertig.

8. Rund um die Reifen

Die RV90 rollt auf Bridgestone RE 6.7-10 (55F) daher. Leider gibt es die Reifen nicht mehr zu kaufen (Stand März 2023). Es ist auch nicht bekannt, ob die Reifen noch einmal in Produktion gehen. Darum muß man auf alternative Reifen ausweichen. Diese haben meistens nicht die Tragkraft wie die original Bridgestone von 218kg je Reifen (die RV90 hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 275kg). Das hat den Nachteil, dass man die RV90 ablasten muss, um die meisten Ersatzreifen fahren zu dürfen. Deshalb müssen die Reifen ggfl. im Fahrzeugschein eingetragen werden.
8.1. Bridgestone RE 6.7-10 55F 

8.2. Skyteam  21x7-10 
8.3. Duro Scorcher 21x7-10 
8.4. Duro HF-247 21x7-10 25N
8.5. Duro DI-2017 21x7-10 25N 
8.6. Duro DI-2014 Top Fighter 21x7-10

8.7. Kings Tires Slasher KT-111 21x7-10 
8.8. Kenda Klaw K532 Offroad 21x7-10 
8.9. SUN.F A-051 6PR 21x7-10  30J

8.1. Bridgestone RE 6.7-10

Der Bridgestone 6.7 – 10 4PR/50F tt Rectangle RE ist der originale Reifen von der Erstausrüstung an der Suzuki RV90. Der Tragfähigkeitsindex beträgt 55 (190kg). 
Die Reifen sollten folgenden Luftdruck haben (auf Straße / im Sand):
Vorne ohne Sozius 0,8bar / 0,6bar
Hinten ohne Sozius  0,8bar / 0,6bar 

Vorne mit Sozius  0,8bar / 0,6bar 
Hinten mit Sozius 1,2bar / 1,0bar

8.2. Skyteam  21x7-10 

Der Skyteam 21x7-10 kommt am nächsten an den originalen Bridgestone heran. 
Das Profil sieht so aus, wie original. Der Gewichtsindex liegt nur leicht unter dem Bridgestone. Er beträgt 42 (150Kg). 

8.3.  Duro Scorcher DI2019 21x7-10 

Der Duro Scorcher 21x7-10 (175/80-10) ist eher ein Staßenreifen. 
Der Gewichtsindex liegt bei 25 (92,5 kg). Somit wird man theoretisch nur eine Eintragung für eine Person bekommen.

8.4. Duro HF-247 21x7-10 4PR 25N 

Der Duro HF-247 21x7-10 4PR 25N besitzt auch nur eine geringe Tragfähigkeit. Der Gewichtsindex beträgt nur 25 (92,5kg). Somit kann man den Reifen nur für den Betrieb von einer Person ohne Gepäck verwenden.

8.5.  Duro DI 2017 21x7-10 TL 25N

Der Duro DI 2017 21x7-10 TL 25N ist sehr Grobstollig. Auch dieser Reifen besitzt ein Index von 25 (92,5kg).

8.6. Duro DI-2014 Top Fighter 21x7-10 42N

Der Duro DI-2014 Top Fighter besitzt von den Duro Reifen größte Traglast. Hier beträgt der Index 42 (150kg). Dieses Profil ist ein Straßenprofil.

8.7.  Kings Tires Slasher KT-111 21x7-10

Der Kings Tires Slasher KT-111 21x7-10 
Der Tragfähigkeitsindex von 36 (125kg) kommt zwar nicht an die original-Reifen oder die Skyteam-Reifen heran, ist schon besser wie der Index von den Duro Reifen. 

8.8. Kenda Klaw K532 Offroad 21x7-10 

Der Kenda Klaw K532 Offroad 21x7-10 besitzt ebenfalls ein Tragfähigkeitsindex von 25 (92,5kg), wie die meisten hier vorgestellten Reifen.

8.9. SUN.F A-051 6PR 21x7-10  30J

Der SUN.F A-051 6PR 21x7-10  30J besitzt ein extremes Profil. Der Tragfähigkeitindex bertägt 30 (106kg).